PROSTATA VORSORGEUNTERSUCHUNG

Das Prostatakarzinom (Prostatakrebs) ist mit ca. 6’000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Männern in der Schweiz. Im Frühstadium sind die Betroffenen meist beschwerdefrei. Erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn der Krebs die Harnröhre einengt, können Blasenentleerungsstörungen auftreten. Treten Symptome wie Knochenschmerzen oder Blutarmut auf, hat der Tumor bereits die Grenzen der Prostata überschritten und Metastasen gebildet. In diesem Stadium besteht nur noch eine geringe Aussicht auf Heilung.

Die Früherkennung ist daher sehr wichtig: Je früher das Prostatakarzinom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Experten raten, Männer sollten ab dem 50. Lebensjahr regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, bei einer familiären Vorbelastung bereits ab dem 40. Lebensjahr. Die Vorsorgeuntersuchung beinhaltet die Bestimmung des PSA-Wertes und eine Tastuntersuchung des Urologen. Der PSA-Wert zeigt mit hoher Sensitivität Prostataerkrankungen an. Er ist aber nicht nur im Fall eines Prostatakarzinoms, sondern auch bei einer Prostataentzündung (Prostatitis) oder einer gutartigen Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie) erhöht. Mit der Tastuntersuchung lassen sich nur 14 Prozent der Prostatakarzinome nachweisen, da nur Tumore an der Prostatahinterwand im fortgeschrittenen Stadium tastbar sind.

Liegt ein erhöhter PSA-Wert (wiederholt gemessenes PSA über 3 ng/ml) oder ein Tastbefund vor, bedarf es der weiteren diagnostischen Abklärung. Dies kann mittels transrektaler Stanzbiopsie oder Magnetresonanztomografie (MRI) erfolgen.

Bei der herkömmlichen transrektalen Stanzbiopsie werden unter Ultraschallkontrolle sechs bis zwölf Prostata-Gewebeproben durch den Enddarm entnommen. Da nur aus einem kleinen Bereich der Prostata Gewebeproben entnommen werden (Probengrösse: etwa 1 Millimeter Durchmesser, 10 bis 25 Millimeter Länge), können mit dieser Methode nur etwa 30 bis 40 Prozent der Prostatakarzinome nachgewiesen werden. Der Krebs wird nur entdeckt, wenn er sich zufällig in einem der Bereiche, aus denen eine Probe entnommen worden ist, befindet. Es kann also mehrerer Biopsien bedürfen, bis das Karzinom durch Zufall gefunden wird oder gross genug ist, um mittels Stanzbiopsie entdeckt zu werden.

Im Unterschied zu der herkömmlichen transrektalen Stanzbiopsie kann mit der Magnetresonanztomografie die gesamte Prostata abgebildet sowie der Tumor und dessen Ausdehnung genau dargestellt werden. Die multiparametrische MRI der Prostata ist die beste Methode zur Erkennung eines Prostatakarzinoms: Die Erkennungsrate liegt bei 90 Prozent.

In der Radiologie im Silberturm (RIS) werden die multiparametrische MRI und Befundung gemäss den aktuellsten internationalen Richtlinien (Prostate Imaging – Reporting and Data System, PI-RADS) durchgeführt. Das Verfahren beinhaltet die morphologische T2-Bildgebung, diffusionsgewichtete Bildgebung und dynamische kontrastmittelverstärkte MRI. Im RIS erfolgt die Prostata-Bildgebung mit einem 3-Tesla-Hochfeldscanner. Dadurch kann auf die Verwendung einer Endorektalspule, einer Messspule, die in den Enddarm eingeführt und vom Patienten oft als unangenehm und schmerzhaft empfunden wird, verzichtet werden.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die multiparametrische MRI der Prostata sinnvoll?
  • Erhöhter PSA-Wert oder Tastbefund bei der Untersuchung durch den Urologen
  • Vor Durchführung einer Stanzbiopsie, dadurch gezielte Biopsie tumorverdächtiger Areale möglich
  • Früherkennung von Prostatakrebs, insbesondere bei familiärer Vorbelastung
  • Staging / Therapieplanung
  • Aktive Überwachung Prostatakarzinom
  • Rezidivdiagnostik
Vorteile / Nutzen der multiparametrischen MRI der Prostata
  • Schmerzfreies Untersuchungsverfahren ohne Röntgenstrahlung
  • Sichere Detektion und Lokalisierung von Prostatakarzinomen
  • Sicherer Ausschluss von Prostatakarzinomen. Dadurch Vermeidung unnötiger Biopsien (Risiko: Prostataentzündung durch Verschleppung von Bakterien aus dem Enddarm in die Prostata).
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